Robbie ein Flatcoat zum Verlieben

Spielzeug

Es gibt eine unglaublich große Auswahl an Hundespielzeug. Die meisten Hundebesitzer befriedigen damit auch ihr eigenes Bedürfnis, ihrem Hund eine besondere Freude zu machen. Oder man möchte an Tagen, wo man sich nicht so viel mit dem Hund beschäftigen kann, ein besonderes Highlight auf Vorrat haben. Es gibt wohl keinen Hund auf der Welt, der sich nicht mit großer Begeisterung auf sein neues Spielzeug stürzt

Quietschspielzeug
Wenn unsere Nerven es aushalten, bringen wir Robbie ein weiches Plastikspielzeug mit eingebauter Quietsche mit. Robbie schnüffelt dann begeistert an der Tasche, da seine gute Nase längst erkannt hat, dass sich etwas Besonderes für ihn darin befinden muss. Wenn ich das Spielzeug jetzt in die Höhe halte und ein kleines Quieken hören lasse, macht er der Reihe nach alles was er kann, SITZ! PLATZ! GIB LAUT! PFÖTCHEN und ich habe schon ein Problem, mir auszudenken, welche Zugabe ich von ihm fordern soll, damit er sich die Belohnung auch verdient hat…
Robbie verschwindet dann mit "der Beute" im Maul in irgendeine weit entfernte Ecke und taucht die nächsten ein bis zwei Stunden nicht mehr auf. In dieser Zeit beschäftigt er sich ausgiebig damit, alle möglichen Teile des Spielzeugs abzukauen und vor allem die Quietsche zu entfernen. Das Spielzeug macht nach dieser Sonderbehandlung einen etwas jämmerlichen Eindruck. Aber immerhin: Der Hund hatte lange Spaß daran!

Bälle
Normale Kinderbälle halten nicht lange. Die scharfen Eckzähne des Flat-Coated Retrievers beschädigen trotz vorsichtigen Zupackens schnell die Oberfläche. Es bleibt eine traurige Hülle zurück, die der Hund nur noch zum darauf herumkauen verwenden kann. Tennisbälle halten deutlich länger und springen auch schön beim Werfen. Der Hund kann sie problemlos fangen und im Maul herumtragen. Wir haben glücklicherweise eine unerschöpfliche Quelle durch einen passionierten Tennisspieler, der die Bälle nach wenigem Gebrauch durch neue ersetzt und uns die "alten" Tennisbälle regelmäßig in der dazugehörigen Dose vorbeibringt. Robbie erschnüffelt natürlich auch diese Dose schon in der Tasche, lange bevor ich sie ausgepackt habe. Ein neuer Ball aus dieser Dose wird mit der gleichen Aufmerksamkeit wie beim Quietschspielzeug ausgepackt. Jeder neue Ball ist für Robbie der absolute Liebling, der von da an den ganzen Tag herumgeschleppt wird. Mit einem speziellen Wurfstab, den man überall erwerben kann, kann der Ball im Freien weit weg geschleudert werden. Bringt der Hund dann den nassen oder schmutzigen Ball zurück, kann man ihn mit diesem Stab problemlos aufnehmen und erneut weit weg werfen. Auch am Strand ist das eine angenehme Sache. Hin und wieder geht mal wieder ein Ball verloren oder kaputt, dafür findet Robbie dann fremde Bälle, die ein anderer Hund vorher verloren hatte. Mit unserer Ballkiste könnten wir inzwischen fast einen Indoor-Spielplatz für Hunde eröffnen.

Tennisbälle sollte man allerdings dem Hund nicht zum Herumkauen überlassen, da der gelbe Belag giftig ist. Es soll auch schon tödliche Unfälle gegeben haben, weil der Ball durch den starken Kiefer zusammengepresst in den Rachen knallte und dann die Sauerstoff-Zufuhr abgeschnitten hat. Wenn man Robbie dabei beobachtet, wie er scheinbar mühelos den Tennisball wie Kaugummi zwischen den Zähnen zusammenpresst, kann man sich das sehr gut vorstellen.

Dummy
Der so genannte Dummy ist ein maulgerechtes, schwimmfähiges Spielzeug aus neoprenbezogenem Schaumstoff in Signalfarben und wird benötigt, um mit dem Hund richtig zu arbeiten. Die Form kann dabei unterschiedlich sein, dass ist Geschmackssache und von der Größe des Hundes und seines Maules abhängig.
Der Dummy wird dem Hund niemals zur freien Verfügung überlassen. Mit ihm wird vor allem das Suchen und Apportieren geübt. Der Hund wird durch das Theater, was man um den Dummy machen sollte (unter Verschluss gehalten und nur für besondere Spiele herausgeholt) ganz besonders beeindruckt. Der Dummy gehört dem Menschen, nicht dem Hund! Man muss das Besondere, was mit dem Dummy verbunden ist, stets durch übertriebene Verhaltensweisen herausstellen, sonst verdirbt man das Spiel.

Wenn du willst, kannst du den neuen Dummy eine Zeitlang am Körper tragen, damit dein Geruch sich darauf überträgt. Das ist für das Versteckspiel mit dem Dummy besonders gut.
Der Hund muss sich hinlegen (PLATZ!). Der Dummy wird dem Hund kurz gezeigt. Dann wird der Dummy wird aus der Sicht des Hundes gebracht und versteckt. Am Anfang sollte eine zweite Person beim Hund bleiben und dafür sorgen, dass er nicht sofort losrennt. Jetzt soll der Hund den Dummy suchen (SUCH!). Findet der Hund ihn schließlich, wird er ihn anfangs nicht gern hergeben wollen. Mit einem Leckerchen lässt er sich aber leicht überreden. Wir können den Dummy so gut verstecken wie nur möglich, Robbie stöbert ihn überall auf. Er findet ihn sogar hinter verschlossenen Türen.

Eine andere Übung ist das Apportieren des Dummys. Durch eine daran befestigte Leine kann der Dummy leicht weit weg geschleudert werden. Der Hund soll den Dummy holen und dann zurückbringen. Robbie versuchte anfangs natürlich, sich mit dem begehrten Spielzeug zu verdrücken. Mit Leckerchen und "gespielter" Strenge haben wir ihm das ausgeredet. Die Übung muss man trotzdem mehrfach wiederholen, damit der Hund merkt, dass sich das Zurückgeben für ihn lohnt.

Die Arbeit mit einem Dummy ist für den Flat-Coated Retriever besonders wichtig, da dies seinen ausgeprägten Arbeits- und Apportiertrieb positiv unterstützt. Der Hund will ja nicht nur spielen und spazieren gehen! Er möchte richtig "arbeiten" und dafür auch belohnt werden.

Das Spiel sollte man wie immer rechtzeitig beenden und den Dummy dann unerreichbar wegschließen, umso größer ist die Freude des Hundes beim nächsten Mal.

Spielzeug aus dem Haushalt
Wenn der Hund sich daran gewöhnt hat, nur die Gegenstände zum Spielen zu verwenden, die man ihm zu diesem Zwecke überlassen hat, kann man auch geeignete, ausrangierte Sachen aus dem Haushalt zum Spielen geben. Sollte der Hund jedoch ständig Kissen, Plüschtiere und Schuhe verschleppen und zerkauen, ist das sicherlich keine gute Idee. Hier kann der Hund offensichtlich eigenes und fremdes "Spielzeug" noch nicht auseinander halten.
Zum Spielen eignen sich zum Beispiel ausrangierte Socken, mit Leckerchen gefüllt. Alte Unterhemden, die man mit einem Knoten zu einem Zerrspielzeug (gut auch zum Festhalten mit dem Maul) verwandelt hat und Margarine- oder Joghurt-Becher, aus denen man noch die Reste schlabbern kann. (Plastikdeckel drauflassen, der muss dann vom Hund erst abgemacht werden) Beobachte deinen Hund, was er jeweils mit den überlassenen Sachen macht. Wir geben Robbie zum Beispiel keine Leckerchen in kleinen Plastiktüten mehr, da er beim ersten Mal die Tüte einfach mit herunter geschlungen hatte. Gott sei Dank kam sie nach ein paar Stunden auf natürlichem Weg wieder heraus.
Alte Handtücher braucht man sowieso in rauen Mengen zum Abtrocknen und Pfotensäubern. Dennoch ist ein Handtuch (bei Bedarf auch mit einem Knoten darin) immer ein tolles Zerr-Spielzeug, weil der Frottee besonders stabil ist. Hat der Hund das Handtuch einmal im Maul, kann man mit den Händen zusätzlich dazwischen gehen und die Zähne reinigen und das Zahnfleisch massieren.

Zerrspielzeug
Neben den bereits erwähnten alten Kleidungsstücken und Handtüchern hält der Tierhandel natürlich jede Menge bunte, geknüpfte und verknotete Seile zu diesem Zweck bereit. Hiermit kann das spielerische Kräftemessen und Kämpfen, auch mit dem jungen Hund, geübt werden. Der Mensch geht als Chef natürlich stets als Sieger hervor, jedoch sollte man das nicht zu ernst nehmen und den Kampf auch nicht eskalieren lassen.

Hierbei bekommt das Kommando AUS seinen besonderen Sinn. Der Hund lernt damit, auch in anderen Situationen freiwillig Gegenstände aus dem Maul zu geben.

Tipp:
Überlasse dem Hund niemals sein Spielzeug zur freien Verwendung! Der Mensch symbolisiert durch die Verwaltung des Spielzeuges seine Dominanz über den Hund. Das ist besonders bei Hunderassen wichtig, die dazu neigen, die Rolle des Chefs im Haus zu übernehmen. Gib dem Hund sein Spielzeug möglichst immer gegen eine entsprechende Leistung, der Hund freut sich, wenn er dir zeigen kann, was er gelernt hat.

Wenn das Spielzeug zernagt ist oder gar kleine Teile davon abgebissen wurden, sollte man es entfernen. Es besteht sonst die Gefahr, dass der Hund beim versehentlichen Herunterschlucken einen Darmverschluss bekommt.

In der Welpenzeit erleichtert Spielzeug, auf dem man gut herumkauen kann, den Zahnwechsel.

Ständig herumliegendes Spielzeug wird für den Hund schnell uninteressant. Vor lauter Langeweile wird dann doch mal ein Schuh oder ein Kissen geklaut. Rechtzeitiges Einsammeln und Verschluss der Spielzeugkiste hat auch den Vorteil, das man nicht pausenlos über einen vergessenen Ball oder Knochen stolpert.

Wer einen netten Nachbarn mit einer ebenso üppig ausgestatteten Hundespielzeugkiste hat, kann einen kleinen Spielzeugtausch veranstalten. Da haben dann beide Hunde etwas Neues zum spielen.

 

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