Robbie ein Flatcoat zum Verlieben

Tierarzt

Schon bald nachdem der kleine Hund bei seiner neuen Familie eingezogen ist, stehen die ersten Tierarztbesuche an. Suche dir einen Tierarzt, der in der Nähe wohnt und zu dem du Vertrauen hast. Für Notfälle sollte der Arzt auch am Wochenende oder in der Nacht erreichbar sein.

Der erste Besuch beim Tierarzt sollte kurzfristig erfolgen, nachdem der Welpe eingezogen ist. Wir waren gespannt, was der Arzt zu unserem springlebendigen kleinen braunen Flat-Coated Retriever sagen würde. Er warf einen kurzen Blick auf ihn und sagte >> Hoppla, das ist ja ein kleiner Flat!<< Aus den Nachbarzimmern kamen die übrigen Angestellten. Jeder wollte den Kleinen mal sehen und streicheln.

Vor den erforderlichen Impfungen und der Wurmkur wird der Tierarzt den Welpen gründlich untersuchen, und viele wertvolle Tipps für dich haben. Er wird auch den Sinn und Zweck der Impfungen erläutern und auf eine Termineinhaltung der Wiederholungsimpfungen achten. Unser Tierarzt mahnte uns, den Welpen nicht zu überfüttern. Die empfindlichen Gelenke leiden unter dem Körpergewicht, genauso wie es schlecht ist, mit dem Hund zu oft Treppen zu gehen oder ihn selbständig ins Auto hinein und aus dem Auto heraus springen zu lassen.

Den zweiten oder dritten Tierarztbesuch haben wir dazu genutzt, unter Robbies Fell den für größere Hunde gesetzlich vorgeschriebenen Mikrochip implantieren zu lassen. Mit einer kleinen Spritze wird der Chip unter die Haut am Nacken angebracht. Die Nummer kann mit einem Lesegerät jederzeit erkannt werden. Die Chipnummer gehört zu den Papieren des Hundes. Hiermit kann Robbie auch bei der Organisation Tasso angemeldet werden, die zentral alle Hunde registriert und bei Abhandenkommen des Hundes häufig für eine Rückgabe an den Besitzer sorgt. Von Tasso wird dir eine entsprechende Plakette zugeschickt, auf der die Telefonnummer von Tasso angegeben ist. (siehe auch unter Kapitel Leine)

Mache um die Besuche beim Tierarzt nicht zu viel Theater! Der Hund spürt deine Aufregung und bekommt unnötig Angst. Auch wenn es mal ein wenig wehtut: ein beruhigendes Kopfschrubbeln reicht völlig aus, und der Schmerz ist schnell vergessen. Wird der Hund zu auffällig bedauert, merkt er sich das unangenehme Erlebnis und hält beim nächsten Mal sicher nicht mehr still. Womöglich fängt er schon an zu Zittern, wenn er die Tür zum Tierarzt schon von weitem sieht.

Den Impfpass solltest du anschließend gut aufbewahren, er wird bei den Wiederholungsimpfungen gebraucht und muss bei Auslandsbesuchen stets mitgeführt werden.

Unangenehmer wird es schon, wenn der Hund einmal verletzt oder krank ist. Die eigene Aufregung kann man kaum verbergen. Bemühe dich trotzdem, dem Tierarzt sachlich von den Problemen zu berichten, ohne auf die betroffene Stelle zu zeigen oder den Hund dabei krampfhaft festzuhalten. Der Tierarzt weiß in der Regel, was zu tun ist und wird mit dem Hund ruhig umgehen und die Behandlung vornehmen können. Du darfst dann die Aufgabe übernehmen, den Hund festzuhalten und abzulenken. Das geht am besten, wenn du deine eigene Aufregung ein wenig unterdrücken kannst. Vielleicht überlistest du dich selbst und denkst an was ganz anderes, zum Beispiel an den letzten Spaziergang.

Häufig vorkommende Verletzungen der Pfoten werden durch achtlos weggeworfene Flaschen (Scherben!) aber auch durch Nägel und Holzsplitter verursacht. Beim Spaziergang ignoriert der Hund den Schmerz zunächst. Zuhause nimmt er jedoch schnell eine Schonhaltung (Humpeln) ein und zieht sich zurück, um die Pfote ausgiebig zu lecken. Spätestens jetzt merkst du, dass etwas nicht stimmt! Wir entfernen kleinere Splitter mit einer guten Pinzette selbst, reinigen die Wunde zum Beispiel durch ein Kamillebad und/oder desinfizieren die Stelle mit einem nicht brennenden Wundspray. Für Schnitte in den Ballen gilt das gleiche. In der Regel heilt alles von alleine. Vor den Spaziergängen kann man bei Bedarf einen Pfotenschutz überstreifen. Alte Socken tun es auch, halten aber nicht lange oder nässen und verschmutzen so schnell, dass der gewünschte Effekt, die Wunde zu schonen und sauber zu halten, nicht erreicht werden kann. Es gibt auch schicke Füßlinge aus Neopren - Material, die mit Klettverschluss befestigt werden. Davon haben wir immer ein paar im Haus. Sie sind waschbar und halten auch relativ lange.

Der Tierarzt hält unter anderem sehr effektive Zeckenschutzmittel bereit. Einmal auf das Fell aufgetragen hält der Schutz bis zu 6 Wochen. Robbie hatte ohne diesen Schutz schon mal bis zu 10 Zecken im Fell, mit dem Schutz in vier Wochen vielleicht mal eine einzige! Eine Zeckenzange sowie eine normale Pinzette ist also ein wichtiges Requisit in unserem Hundeschrank. Die Zecke sollte möglichst schnell und möglichst komplett entfernt werden. Du wirst schnell feststellen, dass das gar nicht so einfach ist.

Für Entzündungen der Haut durch Verletzungen aller Art gibt es gute Salben, die bei Robbie immer hervorragend geholfen haben. Ein Fläschchen haben wir immer auf Vorrat zuhause.

Gewarnt wird im Allgemeinen vor zu kleinem Spielzeug (Erstickungsgefahr durch versehentliches Verschlucken) und geschnittenen Hölzern (Splitter im Maul, die sich unbemerkt bis gefährlich entzünden können) und Stöckchenwerfen. Jawohl, auch das Stöckchenwerfen soll wohl so manchem Hund schon das Auge oder seine Gesundheit gekostet haben. Wenn der Hund schneller als der Stock bei seinem Ziel ankommt, kann das böse ausgehen. Im Eifer des Gefechts kennt der Hund kein Pardon und stürzt sich in die Flugbahn des Geschosses. Vorsicht also, wenn man wirft, womit man wirft!

Steine sind kein Spielzeug! Sie liegen zwar überall herum und verführen zum Werfen, der Hund kann sich aber sämtliche Zähne damit ausbrechen. Durch seine gute Nase spürt der Hund auch unter vielen Steinen genau den heraus, den du geworfen hast und bringt ihn dir dann stolz zurück. Steine sind pfui, und damit hat es sich.

Einmal musste im Rahmen einer kleinen Operation am Fuß bei Robbie eine Vollnarkose eingesetzt werden. Wir haben die Gelegenheit genutzt und gleich eine gründliche Zahnreinigung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis war ein blitzsauberes, strahlendes Gebiss! Dieser Zustand ist übrigens leicht zu erhalten, wenn der Hund zum Spielen alte Handtücher zur Verfügung bekommt. Man kann herrlich darauf herumkauen, ein Zerrspiel machen und mit leichter Nachhilfe durch den Menschen die Zähne abreiben und das Zahnfleisch massieren!

Gewöhne es dir rechtzeitig an, den Hund mit den Händen am ganzen Körper abzutasten, einschließlich der Geschlechtsteile und der Ohren. Der Hund wird am Anfang reflexartig zurückzucken, sich dann aber schnell an die Untersuchung gewöhnen. Das kann wie eine kleine angenehme Ganzkörpermassage von statten gehen. Hierdurch erkennst du schnell Fremdkörper auf und in der Haut sowie Schwellungen und Verletzungen. Wenn der Hund daran gewöhnt ist, von dir wirklich überall berührt zu werden, wird er es sich auch im Ernstfall gefallen lassen und dann stillhalten, wenn eine Zecke aus der Haut gezogen oder ein Fremdkörper aus dem Ohr entfernt werden muss! Ich muss zugeben, dass es mich anfangs ziemlich viel Überwindung gekostet hat, Robbies Hoden anzufassen…Aber wenn man dann mal ein Getreidekorn ziemlich tief aus den Ohren gezogen hat und der Hund hält dabei ganz brav still, merkt man, dass sich die Mühe gelohnt hat!

Der Flat-Coated Retriever braucht in der Regel keine besondere Fellpflege. Das Fell ist relativ dünn, hat kaum Unterwolle und verfilzt praktisch nicht. Da er ein eifriger Schwimmer ist, braucht er nur zwei bis drei Mal die Woche eine Gelegenheit, in sauberem Wasser zu schwimmen, schon fühlt sein Fell sich frisch und duftig an. Wir haben Robbie in den letzten Jahren vielleicht drei oder viermal gebadet. Das war vor allem nötig nach einem besonders intensiven "Trockenbad" auf frisch gejauchten Feldern. Den Schmutz wird man dann mit einem einfachen Hundeshampoo sofort los, das Aroma hält sich leider ziemlich lange! Inzwischen kontrollieren wir gern den Zustand der Felder, bevor Robbie von der Leine gelassen wird. Wenn man von weitem nur noch die Hundebeine durch die Luft fliegen sieht, weil der Hund sich gerade ausgiebig in der Stinkbrühe wälzt, na dann ist es meistens zu spät…Den Rückweg im Auto legt man dann am Besten mit einer Nasenklammer zurück.

Trotz des pflegeleichten Fells genießt der Hund natürlich eine ausgiebige Fellmassage mit einer einfachen Bürste. Neben den speziellen Hundebürsten haben wir besonders gute Erfahrungen mit den größeren Schuhbürsten gemacht, sie liegen gut in der Hand und sind leicht zu reinigen. Robbie sieht nach so einer Behandlung immer wunderbar aus!

 

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