Robbie ein Flatcoat zum Verlieben

Welpenschule

Der erste Tag in der Welpenschule war wie der erste Tag im Kindergarten. Die kleinen Hunde rannten aufgeregt miteinander um die Wette und wir Hundeeltern standen zusammen, bewunderten unsere Lieblinge und tauschten uns über die ersten Wochen mit unserem Welpen aus. Besonders die großen Hunderassen wie Dogge, Schäferhund, Retriever oder Dalmatiner sind als Welpen in so einem bunten Haufen unglaublich witzig anzusehen.

Damit hatte die Welpenschule ihren Zweck fast schon erfüllt. Die Kleinen dürfen sich an der Gesellschaft ihrer Artgenossen erfreuen und ihre ersten spielerischen Kämpfe austragen. Das ist für die Entwicklung des Sozialverhaltens unverzichtbar. Die Großen können inzwischen Kontakte knüpfen und Erfahrungen weitergeben.

Nach einer kleinen Eingewöhnungsphase wurde es jedoch ernst. Wir nahmen unsere Welpen an die Leine und lernten das erste richtigen Kommando: KOMM! Der Reihe nach entfernten sich die Besitzer von der Gruppe. Der jeweils dazu passende Kandidat an der Leine wurde losgemacht. Ein lautes KOMM! und schon preschte der Zwerg los und sauste zu seinem Herrchen oder Frauchen, die unter freudiger Begrüßung ein Leckerchen bereithielten. Einige von den Welpen ließen sich von den anderen Hunden ablenken und brauchten schon ein wenig mehr Ermunterung, um den Weg zum Besitzer zu finden. In diesen Fällen sollte der Hundehalter übertrieben mit den Armen rudern und in die Hände klatschen.

Auch bei den kleinen Hunden sind schon deutliche Charakterunterschiede erkennbar! Da gab es die Trödler, die Schlafmützen, die Draufgänger, die Angsthasen und die Spielkinder.

Die zweite Übung war SITZ! Der Besitzer stellte sich vor seinen Hund und zeigte ihm das Leckerchen in seiner Hand. Der Hund schaute nach oben und wartete, dass die Belohnung herunterfällt. Noch einen Schritt auf den Welpen zu und der Zwerg setzte sich fast von selbst hin, damit er den Kopf weiter nach oben recken konnte. FEIN! SITZ! Nun schnell die Belohnung hergeben, damit der Hund den Befehl und die Ausführung mit der Belohnung verknüpfen konnte. Auch diese Übung wurde mehrfach wiederholt.

Gleich darauf durfte wieder getobt werden. Im Welpenschulgarten gab es ein kleines Schwimmbecken mit Bällen und jede Menge Spielzeug. Die Hunde purzelten durcheinander und wurden ordentlich nass dabei.

Eine der Hundemütter hatte ein kleines, etwa eineinhalbjähriges Kind dabei. Das kleine Mädchen bewegte sich unerschrocken zwischen den unermüdlich herumwuselnden Hunden, die ständig zwischen unseren Beinen hin und herfegten, ohne das kleine Mädchen auch nur ein einziges Mal umzuwerfen.

Das dritte Kommando war PLATZ! Das war schon schwieriger! Wir versteckten ein Leckerchen unter der flachen Hand, zwischen Daumen und Handteller und zeigten damit ganz tief auf den Boden. PLATZ! Robbie musste sich ganz tief ducken, um an die Belohnung zu kommen. Zunächst versuchte er es mit der Schnauze und heftigem Wühlen und Schubsen. Als alles nichts nutzte, legte er sich schließlich ganz hin. Das war der richtige Augenblick! FEIN! PLATZ! und schon gab es die Belohnung.

Wir lernten jede Woche ein neues Kommando und wurden jedes Mal mit der Aufgabe nach Hause entlassen, diese immer und immer wieder täglich zu üben. Wichtig war das eindeutige verbale Kommando, SITZ! bzw. PLATZ! und dazu die richtige Handbewegung "Finger hoch" bzw. "flache Hand zeigt nach unten". Dadurch kann der Hund lernen, auch nur auf das gesprochene Kommando oder nur auf die Geste zu reagieren.

Bald machten wir kleine Ausflüge, mit dem Bus, in die Stadt, in ein Kaufhaus, einen Fahrstuhl herauf und herunter. Überall blieben die Leute stehen und amüsierten sich über die lustige kleine Gruppe der Hundewelpen. Wir sollten die Welpen so früh wie möglich mit allen alltäglichen Situationen konfrontieren, um ihnen die Angst zu nehmen und Vertrauen zu den Besitzern aufzubauen. Wer mal versucht hat, einen 35-Kilo-Hund gegen seinen Willen in einen Fahrstuhl zu zerren, weiß, was ich meine!

Schon nach wenigen Wochen wurde Robbie zu groß für die Welpenschule. Er benahm sich den jüngeren Hunden gegenüber zunehmend rüpelhaft und wurde dafür als Zurechtweisung mehrmals mit der Hand im Nacken auf den Rücken gelegt.  Bald war die schöne Zeit vorbei. Als nächstes stand die Hundeschule auf dem Programm.

 

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